5. Etappe

Riale – Lago Morasco – Bättelmatt – Alpe dei Camosci – Piano dei Camosci – Lago del Sabbione – Rifugio Claudio e Bruno

Aussicht vom Rifugio Claudio e Bruno. Lago Sabbione mit Hohsandgletscher
Aussicht vom Rifugio Claudio e Bruno. Lago Sabbione mit Hohsandgletscher

Riale hat sich in den letzten Jahrzehnten im Winter zu einem beliebten Langlaufzentrum entwickelt. Im Sommer lockt es viele Berggänger und Wanderer an, der riesige Parkplatz gleich hinter dem Dorf zeugt davon. Der Weg führt neben dem Parkplatz vorbei hoch zur Staumauer des Lago Morasco und weiter zur Alpe Bettelmatt. Diese Alpe gibt dem weit über die Region bekannten Bettelmatt-Käse ihren Namen. Dieser darf lediglich auf 7 Alpen im Val Formazza und im Valle di Devero hergestellt werden und weil es davon pro Jahr lediglich 3000 Laibe gibt, wird er auch L’oro della Val d’Ossola (Das Gold des Ossolatals) genannt.

Auf dieser Route folgen wir im ersten Teil der Sbrinzroute, der ehemaligen Säumerroute, die von der Zentralschweiz nach Domodossola führt. Der reife Hartkäse, der heutige „Sbrinz“ gibt dem heutigen Kulturwanderweg den Namen und wurde im späten Mittelalter zum Exportschlager der Innerschweizer auf den norditalienischen Märkten. Neben dem Sbrinz wurde auch Vieh nach Süden transportiert. Vom Süden Richtung Schweiz gelangten Wein, Stoff (Pomatter-Lumpe = Kopftücher für Frauen), Reis, Salz und Gewürze. Bereits 1397 schlossen die Anwohner der Grimselroute in Münster einen Vertrag und stellten damit eine Säumerordnung auf, die auch die Unterhaltspflicht regelte. Mit dem Bau des Gotthard-Eisenbahntunnels änderten sich die Bedingungen und die Säumerei kam nach und nach zum Erliegen.

Im Aufstieg ins Valle del Gries blüht ab dem Juli am Wegrand eine - trotz ihrer Grösse von bis zu 80 cm - eher unscheinbare Pflanze, der Alpen-Knöterich (Polygonum alpinum). Diese Pflanze fand wohl mit der Säumerei ihren Weg über den Griespass ins benachbarte Goms und Val Bedretto. Im Obergoms ist sie unter dem Namen „Pomatter-Chrüt“ (Pomatterkraut) oder die „Pomatter-Wirze“ (Pomatter Wurzel) bekannt. Dieses dort wenig geschätzte Unkraut hat wohl in den Mägen der Lasttiere die Grenze überschritten und der dann dort liegengelassene Mist soll die Samen der Pflanze enthalten haben. Dieser Mist und mit ihm der Samen des Alpen-Knöterichs gelangte dann auf die Matten und Äcker, wo er heute teils stark verbreitet ist.