4. Etappe

Rifugio Margaroli – Passo di Nefelgiù – Lago Morasco – Riale

Aufstieg zur Scatta Minoia
Aufstieg zur Scatta Minoia

Wir befinden uns nun im Pomatt (italienisch Val Formazza), der einzigen Walser Kolonie, die direkt ans Goms grenzt. Und aus dem Goms sind die Bewohner dieses nördlichen Teils des Piemonts im 13. Jahrhundert ausgewandert.

Die Landschaft ist geprägt durch viele Wasserfälle und Seen. Der bekannteste Wasserfall ist der 143 m hohe „Frua“ (auf Italienisch: Cascata della Toce). Aber auch viele Berg- und Stauseen prägen die Landschaft. Sie weisen auf die grossen Wasservorkommen und auf die damit in Zusammenhang stehende Wassernutzung hin. Diese verschafft den Bewohnern auf beiden Seiten der Grenze ein Auskommen und bringt willkommene Konzessionsgebühren in die Gemeindekassen.

Das Val Formazza besteht aus 15 Weiler, welche auch heute noch - neben dem italienischen – einen deutschen Namen tragen. Es sind dies die neun ganzjährig bewohnten Weiler: Foppiano (Deutsch: Unnrum Schtaldä), Fondovalle (Deutsch: Schtafulwald), Chiesa (Deutsch: In där Mattu), San Michele (Deutsch: Tuffald), Valdo (Deutsch: Wald), Ponte (Deutsch: Zum Schtäg), Brendo (Deutsch: Brendu), Grovella (Deutsch: Gurfälu) und Canza (Deutsch: Früduwald). Dazu kommen die sechs nur im Sommer bewohnten Weiler: Antillone (Deutsch: Puneigä), Sottofrua (Deutsch: Unnerfrüt), Cascata (Deutsch: Ufufrüt), Riale inferiore (Deutsch: Cherbäch Unner Dorf), Riale superiore (Deutsch: Cherbäch Ober Dorf) und Morasco (Deutsch: Maraschg).

Politisch bilden die Ortschaften die Gemeinde Formazza mit der Gemeindeverwaltung in Ponte.

Mit etwas Glück kann man sich mit einigen älteren Bewohner noch im Pomatter Deutsch unterhalten. Oder man hält sich an die wunderbaren Gedichte von Anna Maria Bacher, die jeweils auf Italienisch, in Pomatter-Deutsch und auf Deutsch erscheinen.